Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 0:2
?ber 70 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Feld ist dem VfB Stuttgart bei der Frankfurter Eintracht so etwas wie ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelungen.
Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gewann drei Tage nach dem Aus in der Europa League trotz ?ber 70?Minuten in Unterzahl bei den Hessen mit 2:0 (0:0) und konnte damit als Tabellenvorletzter den Abstand zum Relegationsplatz auf zwei Z?hler verk?rzen. Dagegen taumeln die seit mittlerweile sieben Spielen torlosen Frankfurter in ihrer aktuellen Form geradewegs der 2.?Liga entgegen.
Stuttgarts Torj?ger Martin Harnik sorgte mit seinem achten Saisontreffer f?r die F?hrung der G?ste (64.). Vorausgegangen war ein kapitaler Fehler von Frankfurts Ersatztorh?ter Ralf F?hrmann, der einen Schuss von Timo Gebhardt aus 20?Metern genau vor die F??e von Harnik abprallen lie?. Nur vier Minuten sp?ter sorgte Tamas Hajnal mit einem sehenswerten Heber f?r das 2:0 (68.) und gro?en Jubel in der Stuttgarter Fankurve.
"Ich bin absolut stolz auf meine Mannschaft, vor allem, wie die gefightet hat. Trotz der Roten Karte haben wir die Ordnung behalten", sagte VfB-Trainer Labbadia. Frankfurts Abwehspieler Maik Franz meinte: "Wir haben viel investiert und hatten viele Chancen. Aber es muss auch endlich mal etwas reingehen. Wir m?ssen endlich gewinnen. Es ist ein bisschen der Wurm drin. Aber wir werden weiter hart arbeiten, dann kommt auch die Wende."
Etwas ?berraschend war auch Labbadias Kollege Michael Skibbe mit der Leistung seiner Mannschaft "sehr zufrieden". "Wir m?ssen nur weiterarbeiten und bei den Torchancen effizienter werden. Ich werde in dieser Woche versuchen herbeizureden, dass der Ball am n?chsten Wochenende endlich ins Tor geht. Im Moment ist es bei uns vor dem Tor wie verhext. Gegen den 1. FC Kaiserslautern muss der Knoten unbedingt platzen," sagte der Eintracht-Trainer.
47.400?Zuschauer in der Frankfurter WM-Arena sahen ?ber weite Strecken eine Partie unter dem Motto "Not gegen Elend". F?r gro?e Aufregung sorgte zun?chst nur der von Eintracht-Verteidiger Maik Franz provozierte Platzverweis gegen Stuttgarts Matthieu Delpierre. Franz hatte ihn zun?chst mit Tritten auf den Fu? traktiert, ehe sich der Stuttgarter Kapit?n mit einer T?tlichkeit revanchierte. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) stellte zu allem ?berfluss erst Khalid Boulahrouz vom Feld, ehe dann doch Delpierre gehen musste. Franz sah indes nur die Gelbe Karte.
"Wir kennen Maik Franz ja. Er hat Delpierre mit dem Stollen auf den Fu? getreten. Das ist schon sehr schmerzhaft. Nat?rlich darf sich auch Delpierre nicht verleiten lassen, aber das war ein Reflex. Stark h?tte beide Spieler vom Platz stellen m?ssen", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic in der Halbzeitpause. Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen meinte: "Das ist Abstiegskampf. Nicht alle Spieler haben die Besonnenheit, die sie haben sollten. Das gilt auch f?r unsere Mannschaft."
Fu?ball gespielt wurde in Frankfurt auch, aber bis zu den Toren von Harnik und Hajnal eher selten. Die erste Chance hatten die Gastgeber bereits nach sechs Minuten. Nach einem Freisto? von Linksverteidiger Georgios Tzavellas konnte VfB-Schlussmann Sven Ulreich einen Kopfball von Marco Russ gerade noch abwehren (6.). Anschlie?end war das Spiel jedoch von Fouls und Fehlp?ssen gepr?gt. Erst ein Kopfball von Frankfurts Alexander Meier (25.) sorgte f?r Gefahr. Auf der anderen Seite scheiterte der Japaner Shinji Okazaki (29.) an Eintracht-Keeper F?hrmann, ehe Ulreich einen Kopfball von Theofanis Gekas gerade noch an die Latte lenken (38.) konnte.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Eintracht-Trainer Michael Skibbe mit den Einwechslungen von "enfant terrible" Ioannis Amanatidis sowie Martin Fenin die Offensive gegen die in Unterzahl spielenden G?ste zu st?rken. Die gro?e Chance zur F?hrung hatte dann Gekas, der v?llig freistehend den Ball aber an den Pfosten setzte (56.). Zwei Minuten sp?ter rettete erneut Ulreich nach einem Kopfball von Fenin, ehe der VfB auf der Gegenseite seine M?glichkeiten eiskalt nutzte. Die Eintracht hingegen vergab vor allem in der Schlussphase Super-M?glichkeiten in Serie.